Steuben Parade 2017

Reisebericht

Steuben Parade New York

14.09. – 18.09.2017

 

Nach ca. 2–jähriger Vorbereitungszeit konnte das große Abenteuer am 14.09.2017 beginnen. Bereits um 05:00 Uhr ging es mit dem Bus zum Flughafen nach Hamburg. Dort angekommen, stellten wir fest, dass wir noch sehr viel Zeit hatten, da unser Flugzeug erst mit ca. 90 Minuten Verspätung abfliegen würde. Beim Eincheckvorgang gab es bei einer Mitreisenden Probleme mit dem ESTA-Dokument, die aber glücklicherweise schnell gelöst werden konnten. Gespannt waren alle, was denn nun der Transport der großen Instrumente zusätzlich kosten würde. Dieser Betrag war im Vorfeld, trotz diverser Anfragen, nicht zu ermitteln gewesen. Mit 640 € war das Ganze schon grenzwertig.

Wir landeten mit 90 minütiger Verspätung um 13:15 Uhr in New York. Die „Immigration“ erfolgte zügig, sodass wir bereits nach 40 Minuten unseren Tourguide Peter begrüßen konnten, der schon vom Reisebüro über unsere Verspätung informiert worden war und starteten dann mit einer verkürzten Tour durch den Nordteil der Stadt in Richtung Hotel „Marrakech“.

Für den Abend hatten wir ein gemeinsames Essen im „Outback“-Steakhaus geplant und für 18:00 Uhr eine Reservierung vorgenommen. Im Anschluss konnte mit dem „Empire State Building“ gleich einer der touristischen Höhepunkte New Yorks abgearbeitet und besichtigt werden. Ein grandioser Ausblick auf das nächtliche New York hat alle begeistert.

Am nächsten Tag wollten wir zur Begrüßung der ausländischen Teilnehmergruppen zum Rathaus und anschließend den zweiten Teil unserer Stadtrundfahrt machen, sowie unser ehemaliges Spielmannszugmitglied Rüdiger Albers beim Juwelier Wempe besuchen. An diesem Katastrophentag klappte aber zunächst einmal Nichts. Der Bus kam erst auf Nachfrage, obwohl dies anders vereinbart war. Die Zeit konnten wir zumindest mit einigen Musikstücken vor dem Hotel sinnvoll überbrücken. Die zahlreichen Zuschauer – Passanten blieben stehen und sogar Autos hielten an – waren begeistert.

Durch den chaotischen Verkehr benötigten wir statt der geplanten 60 Minuten geschlagene 120 Minuten zum Rathaus. Dort angekommen, war die Veranstaltung inzwischen schon beendet. Zumindest konnten wir die Zeit noch für ein tolles Erinnerungsfoto vor dem Gerichtsgebäude des Bundesbezirksgerichts nutzen. Im Anschluss sollte jetzt der zweite Teil der Stadtrundfahrt mit Peter folgen. Das klappte auch, aber ebenfalls mit ständigen Fahrtzeitverlängerungen, sodass der Besuch bei Wempe ausfallen musste, da für den Abend noch eine Schifffahrt um die Halbinsel von Manhattan geplant war. Die Entscheidung war richtig. Alle erreichten das Schiff pünktlich und waren von der Bootsfahrt begeistert.

Jetzt kam als nächstes der Höhepunkt der Reise, die Steuben Parade. Vorher konnten aber die Fußballbegeisterten noch das Bundesligaspiel des FC Bayern gegen Mainz 05 im Vereinslokal des New Yorker-Bayernfanclubs ansehen. Natürlich mit Tausch von Fanclubschals und einer Fotosession.

Die Steuben Parade fand bei bestem Wetter und Laune statt. Ein Kurzbesuch vor Beginn des Ummarsches von Rüdiger Albers, der mit dem Fahrrad zum Bereitstellungsraum kam, fand dann auch noch statt.

Im Anschluss an die Parade sollte es zum Oktoberfest in den Central Park gehen. Vorher wurde noch schnell ein Gruppenfoto gemacht, um diesen tollen Tag auch bildlich lange in Erinnerung zu behalten. Endlich beim Oktoberfest angekommen, mussten wir feststellen, dass nicht genügend Sitzplätze für alle Besucher zur Verfügung standen. Nachdem wir Suchtrupps losgeschickt hatten, um noch irgendwo einen Platz zu ergattern oder zumindest unsere Instrumente sicher wegzustellen, wurden wir angesprochen, hinter die Bühne zu folgen, dort unsere Instrumente abzustellen und dann einen Auftritt zu haben. Wir waren überrascht, aber willigten sofort ein. Nach 10 Minuten stellte sich allerdings heraus, dass wir verwechselt wurden und gar nicht spielen sollten. Jetzt sollten wir umgehend diesen Bereich verlassen. Die ersten waren schon unterwegs, da hieß es plötzlich: Alles wieder zurück! Auftritt in 10 Minuten für 10 Minuten. Wir spielten vier Märsche in einer super Qualität. Unser Schellenbaum und die Vereinsfahne kamen wie bei der Steuben Parade auch hier wieder großartig an. Die Leute haben sogar bereits bei unserem ersten Marsch (Schwedischer Kriegsmarsch!) angefangen zu tanzen und bis zum letzten Marsch immer mehr Leute damit angesteckt. Am Ende hat uns das Publikum mit sehr großem Applaus von der Bühne verabschiedet. Jetzt hatten wir uns unser Feierabendbier aber auch redlich verdient. Wir fanden eine gemütliche Ecke auf dem Gelände für uns und unsere Instrumente und es wurde schnell ein Getränketrupp aufgestellt, um die durstigen Kehlen mit Getränken zu versorgen. Dort verlebten wir noch einige nette Stunden und so war der Tag gerettet und die vielen tollen Erinnerungen werden alle Teilnehmer noch lange begleiten.

Der Sonntag war für die Teilnahme am „Ompah Fest“ in Long Island vorgesehen. Das „Ompah Fest“ ist eine Veranstaltung von mehreren Vereinen deutschstämmiger Amerikaner, die sich im „Plattduetsche Park“ zusammengetan haben. Unter ihnen zum Beispiel auch das „Brooklyn Schuetzen Corps“. Die Anfahrt war wieder mit dem Bus organisiert. Wir hatten bereits im Vorfeld der Reise ein Gesprächsangebot der Betreiber des „Plattduetsche Park“ angenommen, die zufällig Anfang Mai in Hamburg waren. Damals wurden schon einige Dinge zu unserem Auftritt abgestimmt.

Nach der Ankunft sind wir direkt vom Bus auf das Veranstaltungsgelände marschiert und haben uns damit schon mal die Zuneigung der Zuschauer erspielt. Insgesamt sind wir dort sehr freundlich aufgenommen worden. Unser Bühnenspiel ist auch bei dieser Veranstaltung wieder sehr gut angekommen. Als Besonderheit haben wir den „Lieben Spezial“ gespielt.

Da wir auch als Bestandteil des Hollenstedter Schützenvereins in New York waren, durfte das Schießen natürlich ebenfalls nicht zu kurz kommen. Dabei gab es auf dem Schießstand der Brooklyn Schützen einen Orden und die „Henry Strube-Ehrenscheibe“ zu schießen. Diese Bildscheibe wurde zu Ehren unseres 2015 verstorbenen Schützenbruders und Freundes der Brooklyn Schützen vom „Brooklyn Schuetzen Corps“ gestiftet. Die Scheiben für den Orden konnte jeder für sich lösen und somit gab es dort aus unseren Reihen mehrere Gewinner. Was zudem natürlich auf gar keinen Fall fehlen durfte, war das „Ausschießen“ eines Ausfahrtskönigs. Dieser wurde auf dem Dosenwerf-Stand ermittelt. Bei diesem sehr spannenden und engen Schießen konnte sich am Ende Phil Wetegrove durchsetzen. Nach einem guten Essen und reichlich Getränken ging es für den größten Teil der Gruppe mit dem Bus wieder zurück in die Stadt.

Es gab aber auch noch einen „Kampftrupp“, der uns auf dem „Ompah-Fest“ weiterhin gut vertreten hat. Nachdem das Schießprogramm beendet und die Auswertung abgewickelt war, hat Arne einen Wanderpokal im Namen des Spielmannszuges an die Brooklyn Schützen übergeben, der hoffentlich jährlich zu dieser Veranstaltung, in Erinnerung an unsere Teilnahme, neu ausgeschossen wird. Die Amerikaner waren davon sehr begeistert. Im weiteren Verlauf des Abends wurde bei diversen Pitchern Bier und vielen Fotos noch Orden und Abzeichen getauscht und so war es für alle eine schöne Veranstaltung mit großem Erinnerungswert.

Am nächsten Tag ging es für die Kurzreisegruppe bereits wieder nach Hause. Der Bus war diesmal deutlich früher als bestellt am Hotel, so dass wir die Heimreisenden pünktlich am Flughafen absetzen, und die Reise mit dem Bus nach Washington fortsetzen konnten.

Alles in Allem war dies eine unvergessliche Reise mit dem Spielmannszug und auch für die Spielleute, die 1997 bereits dabei waren und tolle Sache mit vielen neuen Erfahrungen. Als grobe Planung wurde eine erneute Reise zur Steuben Parade 2037 ins Auge gefasst.

Wer an bildlichen Eindrücken unserer Reise interessiert ist, kann sich hier nach Fotos umschauen.